Neurofeedback bei Angst & innerer Unruhe
Angst betrifft nicht nur unsere Gedanken. Sie kann den gesamten Organismus in einen Zustand erhöhter Wachsamkeit und Aktivierung versetzen.
Neurofeedback macht ausgewählte Aktivitätsmuster des Gehirns sichtbar und kann genutzt werden, um die Fähigkeit zur Selbstregulation zu trainieren.
In unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen verbinden wir Neurofeedback bei Bedarf mit psychotherapeutischen Verfahren.
Neurofeedback kann bei Angst und innerer Unruhe als ergänzendes Trainingsverfahren eingesetzt werden. Dabei wird ausgewählte EEG-Aktivität gemessen und unmittelbar zurückgemeldet.
Ziel ist nicht, Angst einfach „abzuschalten“, sondern Regulationsprozesse zu trainieren und einen flexibleren Umgang mit hoher innerer Aktivierung zu unterstützen.
Wenn das innere Alarmsystem zu schnell anspringt
Angst erfüllt grundsätzlich eine wichtige Funktion. Sie macht uns aufmerksam auf mögliche Gefahren und bereitet den Organismus darauf vor, schnell reagieren zu können.
Problematisch kann es werden, wenn dieses Alarmsystem sehr häufig oder sehr intensiv aktiviert wird, obwohl objektiv keine akute Gefahr besteht.
Betroffene erleben dann beispielsweise starke innere Unruhe, körperliche Anspannung, kreisende Gedanken oder eine ausgeprägte Wachsamkeit gegenüber möglichen Gefahren.
Hohe Wachsamkeit
Aufmerksamkeit richtet sich verstärkt auf mögliche Gefahren, körperliche Signale oder belastende Gedanken.
Innere Aktivierung
Körper und Gedanken können sich in einem Zustand erhöhter Aktivierung befinden, auch wenn eigentlich Ruhe gewünscht ist.
Schwer herunterfahren
Entspannung gelingt häufig nicht auf Knopfdruck. Gerade der Wechsel von Anspannung zu Ruhe kann schwierig sein.
Referenz: Verhältnis verschiedener EEG-Frequenzen
Beim Neurofeedback wird nicht nur ein einzelner EEG-Wert betrachtet. Von Interesse ist das Zusammenspiel verschiedener Frequenzbereiche und die Fähigkeit des Gehirns, seine Aktivität flexibel an unterschiedliche Anforderungen anzupassen.
Die folgende Aufzeichnung stammt aus dem ursprünglichen Neurofeedback-Material unserer Praxis. Sie wurde dort als Vergleichsdarstellung für ein austherapiertes EEG mit einem ausgewogenen Verhältnis verschiedener Frequenzbereiche verwendet.
Referenzdarstellung aus dem ursprünglichen Neurofeedback-Material unserer Praxis. Die Grafik dient der Veranschaulichung und stellt keinen allgemeingültigen diagnostischen Normwert dar.
Was haben EEG-Frequenzen mit Angst und innerer Unruhe zu tun?
Beim Neurofeedback betrachten wir elektrische Aktivität, die über EEG-Sensoren an der Kopfhaut erfasst wird. Diese Aktivität lässt sich unter anderem in verschiedene Frequenzbereiche einteilen.
Für das Verständnis unterschiedlicher Aktivierungszustände sind insbesondere Alpha, Beta und HiBeta anschauliche Frequenzbereiche.
Alpha
Alpha-Aktivität wird insbesondere im Zusammenhang mit entspannter Wachheit betrachtet. Sie ist damit interessant, wenn es um den Wechsel in ruhigere Aktivierungszustände geht.
Beta
Beta gehört zu den schnelleren Frequenzbereichen und wird unter anderem mit Wachheit, Aufmerksamkeit und aktiver Informationsverarbeitung in Verbindung gebracht.
HiBeta
HiBeta bezeichnet einen höheren Beta-Frequenzbereich. Beim Neurofeedback kann dieser Bereich unter anderem im Zusammenhang mit hoher Aktivierung und Anspannung betrachtet werden.
Eine erhöhte schnelle EEG-Aktivität bedeutet nicht automatisch, dass ein Mensch eine Angststörung hat. EEG-Frequenzen werden immer im Zusammenhang mit Messsituation, Trainingsziel und individueller Symptomatik betrachtet.
Wie könnte erhöhte schnelle Aktivität vereinfacht aussehen?
Zur Veranschaulichung kann man sich die verschiedenen Frequenzbereiche als unterschiedlich stark ausgeprägte Aktivitätsanteile vorstellen.
Die folgende Darstellung zeigt bewusst nur ein vereinfachtes Beispiel, bei dem schnelle Beta- und HiBeta-Aktivität stärker dargestellt sind. Sie zeigt kein reales EEG einer Angstpatientin oder eines Angstpatienten.
Diese Darstellung bedeutet ausdrücklich nicht: „Angst = HiBeta hoch“.
EEG-Muster unterscheiden sich individuell. Auch Messort, Situation, Augen offen oder geschlossen, Muskelanspannung und weitere Faktoren können das gemessene Signal beeinflussen.
Die Grafik dient deshalb ausschließlich dazu, den Begriff einer stärkeren schnellen EEG-Aktivität verständlich zu machen.
Alpha, Beta und HiBeta verständlich erklärt
Die verschiedenen Frequenzbereiche können vereinfacht als unterschiedliche Formen neuronaler Aktivität verstanden werden. Dabei ist kein Frequenzbereich grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“.
Aktivierung ist notwendig
Wenn wir aufmerksam sind, ein Problem lösen, arbeiten oder schnell reagieren müssen, benötigen wir Aktivierung.
Schnellere EEG-Aktivität gehört deshalb zu einem funktionierenden Gehirn.
Entscheidend ist Flexibilität
Schwierigkeiten können entstehen, wenn ein Mensch subjektiv erlebt, dauerhaft hoch aktiviert zu sein und nur schwer wieder in einen ruhigeren Zustand zurückzufinden.
Genau diese Regulationsfähigkeit kann beim Neurofeedback zum Trainingsziel werden.
Was wird beim Neurofeedback bei Angst trainiert?
Während des Neurofeedbacks erfassen Sensoren die EEG-Aktivität. Die relevanten Signale werden durch eine Software ausgewertet und unmittelbar zurückgemeldet.
Das Gehirn erhält dadurch Informationen über seine momentane Aktivität. Je nach Trainingsziel können gewünschte Regulationszustände über visuelle oder akustische Rückmeldungen verstärkt werden.
- hohe innere Aktivierung wahrnehmen
- ruhigere Zustände leichter erreichen
- den Wechsel zwischen Aktivierung und Entspannung trainieren
- Selbstregulation unter emotionaler Belastung unterstützen
- trainierte Regulationsprozesse in den Alltag übertragen
Angst vollständig zu beseitigen wäre weder realistisch noch sinnvoll. Angst ist ein notwendiges Schutzsystem.
Ziel kann vielmehr sein, dass der Organismus nach einer Aktivierung wieder leichter in einen regulierteren Zustand zurückfinden kann.
Warum Neurofeedback allein oft nicht die ganze Behandlung ist
Angst hat häufig nicht nur eine neurophysiologische Ebene. Gedanken, Lernerfahrungen, Vermeidung, belastende Erinnerungen, körperliche Wahrnehmungen und aktuelle Lebenssituationen können ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
Deshalb betrachten wir Neurofeedback nicht isoliert. Je nach individueller Situation kann es sinnvoll sein, das Training mit psychotherapeutischer Arbeit zu verbinden.
Während Neurofeedback stärker auf die Regulationsebene ausgerichtet ist, kann Psychotherapie beispielsweise Angstgedanken, Vermeidungsverhalten, belastende Erfahrungen und persönliche Auslöser bearbeiten.
Angstbehandlung im Konzept der Neuro-Psycho-Modulation
In unserer Praxis können unterschiedliche therapeutische Ebenen im Konzept der Neuro-Psycho-Modulation (NPM) miteinander verbunden werden.
Dabei kann Neurofeedback einen Baustein darstellen. Ergänzend können, abhängig von der individuellen Situation, psychotherapeutische Verfahren eingesetzt werden.
Ziel ist es, nicht ausschließlich einzelne Symptome zu betrachten, sondern sowohl Regulationsprozesse als auch psychologische Auslöser und aufrechterhaltende Muster einzubeziehen.
Wird das Gehirn beim Neurofeedback stimuliert?
Nein. Die EEG-Sensoren dienen der Messung der elektrischen Aktivität an der Kopfhaut.
Die Sensoren geben selbst keinen elektrischen Strom an das Gehirn ab.
Die erfassten Signale werden durch die Neurofeedback-Software verarbeitet und beispielsweise über Bilder, Animationen oder akustische Signale zurückgemeldet.
Wie läuft Neurofeedback bei Angst & innerer Unruhe ab?
Kostenloses Kennenlernen
In einem 15-minütigen Kennenlernen besprechen wir, welche Beschwerden im Vordergrund stehen und ob Neurofeedback grundsätzlich zu Ihrem Anliegen passen könnte.
Anamnese & Zielklärung
Wir betrachten unter anderem die Art der Ängste, typische Auslöser, körperliche Reaktionen, Belastungssituationen und bisherige Behandlungen.
EEG-basierte Ausgangsmessung
Ausgewählte EEG-Aktivität wird erfasst. Dabei können verschiedene Frequenzbereiche und deren Verlauf für die Trainingsplanung betrachtet werden.
Neurofeedback-Training
Das Gehirn erhält während des Trainings eine direkte Rückmeldung ausgewählter EEG-Signale. Das Training orientiert sich an den individuell vereinbarten Zielen.
Psychotherapie & Alltagstransfer
Bei Bedarf werden psychotherapeutische Verfahren einbezogen. Gleichzeitig beobachten wir, ob sich Regulation und Umgang mit Belastung auch außerhalb der Trainingssituation verändern.
Wann ist eine weiterführende Behandlung wichtig?
Angst kann sehr unterschiedliche Ausprägungen haben. Neurofeedback ersetzt keine notwendige ärztliche oder fachpsychiatrische Behandlung.
Bei ausgeprägten Angstzuständen, schweren Panikattacken, erheblicher Einschränkung des Alltags oder weiteren psychischen beziehungsweise körperlichen Beschwerden sollte deshalb individuell geklärt werden, welche Behandlung erforderlich ist.
Weitere Neurofeedback-Themen
Häufige Fragen zu Neurofeedback bei Angst
Kann Neurofeedback bei Angst eingesetzt werden?
Neurofeedback kann bei Angst und innerer Unruhe als ergänzendes Trainingsverfahren eingesetzt werden. Ziel kann insbesondere die Unterstützung der Selbstregulation sein. Ob Neurofeedback im individuellen Fall sinnvoll ist, wird vor Beginn geklärt.
Was bedeutet HiBeta bei Angst?
HiBeta bezeichnet einen höheren Beta-Frequenzbereich. Dieser kann beim Neurofeedback unter anderem im Zusammenhang mit hoher Aktivierung und Anspannung betrachtet werden. Ein bestimmter HiBeta-Wert ist jedoch kein Nachweis einer Angststörung.
Bedeutet eine Angststörung automatisch erhöhtes HiBeta?
Nein. Es gibt kein einzelnes EEG-Muster, mit dem sich eine Angststörung allein anhand eines erhöhten HiBeta-Wertes feststellen lässt. EEG-Aktivität ist individuell und wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst.
Was bedeutet Beta?
Beta-Aktivität wird unter anderem mit Wachheit, Aufmerksamkeit und aktiver Informationsverarbeitung in Verbindung gebracht. Beta ist deshalb nicht grundsätzlich negativ. Entscheidend sind Kontext, Messsituation und Trainingsziel.
Welche Rolle spielt Alpha?
Alpha-Aktivität wird insbesondere im Zusammenhang mit entspannter Wachheit betrachtet. Beim Neurofeedback kann deshalb auch der Wechsel zwischen höherer Aktivierung und ruhigeren Zuständen von Interesse sein.
Kann Neurofeedback Panikattacken verhindern?
Ein solcher Erfolg kann nicht garantiert werden. Neurofeedback kann als ergänzendes Verfahren genutzt werden, um Selbstregulation zu trainieren. Bei Panikattacken sollte die gesamte Symptomatik psychotherapeutisch beziehungsweise medizinisch beurteilt werden.
Wird beim Neurofeedback Strom ins Gehirn geleitet?
Nein. Die EEG-Sensoren messen elektrische Aktivität an der Kopfhaut. Sie geben selbst keinen elektrischen Strom an das Gehirn ab.
Kann Neurofeedback mit Psychotherapie kombiniert werden?
Ja. Gerade bei Angst kann es sinnvoll sein, neurophysiologische Regulationsprozesse und psychotherapeutische Arbeit miteinander zu verbinden. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab.
Wo wird Neurofeedback bei Angst angeboten?
Neurofeedback bieten wir in unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen an. Vorab kann ein kostenloses 15-minütiges Kennenlernen vereinbart werden.
Ständige innere Unruhe oder hohe Anspannung?
In einem kostenlosen 15-minütigen Kennenlernen können wir besprechen, ob Neurofeedback und gegebenenfalls eine psychotherapeutische Begleitung für Ihre Situation grundsätzlich infrage kommen könnten.
15 Minuten kostenlos kennenlernen