Neurofeedback bei depressiven Symptomen
Antrieb, Konzentration, emotionale Regulation und innere Stabilität können bei depressiven Beschwerden deutlich verändert sein.
Neurofeedback ist ein EEG-basiertes Trainingsverfahren, bei dem ausgewählte Muster der Gehirnaktivität gemessen und unmittelbar zurückgemeldet werden.
In unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen kann Neurofeedback bei depressiven Symptomen als ergänzender Baustein in ein psychotherapeutisches Behandlungskonzept eingebunden werden.
Neurofeedback kann bei depressiven Symptomen als ergänzendes Trainingsverfahren eingesetzt werden. Dabei werden ausgewählte EEG-Aktivitätsmuster sichtbar gemacht und in Echtzeit zurückgemeldet.
Ziel kann sein, die Wahrnehmung und Regulation eigener Aktivierungszustände zu trainieren. Neurofeedback ersetzt dabei keine notwendige ärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung.
Depressive Symptome können viele Bereiche betreffen
Depression zeigt sich nicht ausschließlich durch Traurigkeit. Auch Antrieb, Konzentration, Schlaf, Interesse, emotionale Reaktionsfähigkeit und das Erleben von Belastung können verändert sein.
Antrieb & Energie
Selbst alltägliche Aufgaben können viel Kraft kosten. Aktivierung und Motivation können deutlich reduziert sein.
Konzentration
Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und die Fähigkeit, Gedanken zu strukturieren, können beeinträchtigt sein.
Emotionale Regulation
Niedergeschlagenheit, innere Leere, Grübeln oder eine verminderte emotionale Reaktionsfähigkeit können das Erleben bestimmen.
Was hat das EEG mit depressiven Symptomen zu tun?
Ein EEG erfasst elektrische Aktivität an der Kopfhaut. Dabei lassen sich unterschiedliche Frequenzbereiche unterscheiden.
In der Forschung zu Depression wurden unter anderem Alpha-Aktivität, Beta-Aktivität und Unterschiede zwischen verschiedenen Messpositionen untersucht.
Für Neurofeedback können solche Aktivitätsmuster als Trainingsparameter genutzt werden. Wichtig ist jedoch: Ein bestimmtes EEG-Muster beweist keine Depression.
Wie sieht ein ausgewogeneres Verhältnis der EEG-Frequenzen aus?
Als Vergleich verwenden wir zunächst die Referenzdarstellung aus dem ursprünglichen Neurofeedback-Material unserer Praxis.
Sie zeigt verschiedene Frequenzbereiche gemeinsam und verdeutlicht, dass beim Neurofeedback nicht nur eine einzelne Kurve betrachtet wird.
Referenzdarstellung aus dem ursprünglichen Neurofeedback-Material unserer Praxis. Sie dient der Veranschaulichung des Zusammenspiels verschiedener Frequenzbereiche und stellt keinen allgemeingültigen diagnostischen Normwert dar.
Alpha
Alpha-Aktivität wird insbesondere im Zusammenhang mit entspannter Wachheit betrachtet.
Beta
Beta gehört zu den schnelleren Frequenzbereichen und wird unter anderem mit Wachheit, Aufmerksamkeit und aktiver Informationsverarbeitung in Verbindung gebracht.
HiBeta
HiBeta bezeichnet einen höheren Beta-Bereich und kann beim Neurofeedback unter anderem im Zusammenhang mit hoher Aktivierung und Anspannung betrachtet werden.
EEG-Frequenzen werden immer im Zusammenhang mit Messsituation, Trainingsziel, weiteren Messwerten und der individuellen Symptomatik betrachtet.
EEG-Beispiel bei depressiver Symptomatik
Die folgende Darstellung stammt ebenfalls von der ursprünglichen Neurofeedback-Seite unserer Praxis. Dort wurde insbesondere das Verhältnis von Alpha- und Beta-Aktivität zwischen den Hemisphären thematisiert.
EEG-Beispiel aus dem ursprünglichen Neurofeedback-Material unserer Praxis. Die Darstellung dient der Veranschaulichung und ist nicht als diagnostisches Muster für Depression zu verstehen.
Was bedeutet Alpha-Asymmetrie?
Die ursprüngliche Neurofeedback-Seite unserer Praxis beschrieb Unterschiede der Alpha- und Beta-Aktivität zwischen der linken und rechten Hemisphäre und leitete daraus einen möglichen Trainingsansatz ab.
Dieses Konzept wird als frontale Alpha-Asymmetrie auch wissenschaftlich untersucht.
Wichtig für die Einordnung:
Die Forschung zeigt kein einheitliches EEG-Muster, das bei allen Menschen mit Depression vorhanden wäre. Deshalb sollte eine Alpha-Asymmetrie nicht als diagnostischer Test für eine Depression verstanden werden.
Im Neurofeedback kann sie jedoch, abhängig von der individuellen Ausgangssituation und dem gewählten Protokoll, als möglicher Trainingsparameter betrachtet werden.
Referenzdarstellung und Depressions-Beispiel
Die beiden Darstellungen verdeutlichen vor allem einen Grundgedanken des Neurofeedbacks: Nicht eine einzelne EEG-Kurve wird isoliert betrachtet, sondern das Verhältnis verschiedener Aktivitätsmuster.
Referenzdarstellung
Vergleichsdarstellung aus dem ursprünglichen Neurofeedback-Material der Praxis.
Beispiel depressive Symptomatik
Ursprüngliche EEG-Darstellung zum Themenbereich Depression.
Was bedeutet dieser Vergleich für das Training?
Ein Neurofeedback-Protokoll wird nicht allein anhand einer Diagnose ausgewählt. Relevant sind die individuelle Ausgangsmessung, die Symptomatik, das Trainingsziel und der Verlauf.
Deshalb dient auch das hier dargestellte EEG nicht als „Depressionskurve“, sondern als Beispiel dafür, welche EEG-Parameter im Rahmen eines Trainings betrachtet werden können.
Was wird beim Neurofeedback trainiert?
Beim Neurofeedback wird die gemessene EEG-Aktivität in Echtzeit verarbeitet. Die trainierende Person erhält beispielsweise über einen Film, eine Animation oder akustische Signale unmittelbar Rückmeldung.
Auf diese Weise können ausgewählte Regulationsprozesse wiederholt trainiert werden.
- Aktivierungszustände bewusster wahrnehmen
- Selbstregulation trainieren
- Aufmerksamkeit und Konzentration unterstützen
- zwischen Aktivierung und ruhigeren Zuständen flexibler wechseln
- Veränderungen im Alltag beobachten und in das Training einbeziehen
Entscheidend ist, ob das Training zu einer verbesserten Regulation beiträgt und ob sich Veränderungen auch im subjektiven Erleben und im Alltag zeigen.
Wird das Gehirn beim Neurofeedback stimuliert?
Nein. Die EEG-Sensoren messen elektrische Aktivität an der Kopfhaut.
Sie geben selbst keinen elektrischen Strom an das Gehirn ab. Die gemessenen Signale werden von der Neurofeedback-Software ausgewertet und als visuelles oder akustisches Feedback zurückgemeldet.
Beispielhafter Behandlungsplan bei depressiven Symptomen
Depressive Beschwerden sind individuell sehr unterschiedlich. Deshalb arbeiten wir nicht mit einem starren „Depressions-Protokoll“. Neurofeedback kann vielmehr in ein individuelles Behandlungskonzept eingebunden und mit psychotherapeutischen Verfahren kombiniert werden.
Von der Ausgangssituation zur besseren Selbstregulation
Verstehen · Messen · Trainieren · Übertragen · Überprüfen
Anamnese & persönliche Zielklärung
Zunächst betrachten wir die individuelle Symptomatik und die bisherige Entwicklung. Im Vordergrund können beispielsweise Antriebsminderung, Niedergeschlagenheit, Grübeln, Konzentrationsprobleme, Schlafprobleme oder innere Unruhe stehen.
Vorhandene Diagnosen, ärztliche Behandlungen, Medikamente, Psychotherapie und persönliche Trainingsziele werden berücksichtigt.
EEG-Aktivität individuell betrachten
Ausgewählte EEG-Aktivität wird erfasst. Abhängig von der Fragestellung können beispielsweise Alpha- und Beta-Aktivität sowie Unterschiede zwischen Messpositionen betrachtet werden.
Die EEG-Messung ersetzt keine psychiatrische oder psychotherapeutische Diagnostik. Sie dient als Ausgangspunkt für die Planung und Beobachtung des Neurofeedback-Trainings.
Individuelles Neurofeedback-Training
Auf Grundlage der Ausgangssituation und der vereinbarten Ziele wird das Training festgelegt.
Während der Sitzung erhält die trainierende Person unmittelbar Rückmeldung über ausgewählte EEG-Aktivität.
Je nach individueller Ausgangssituation können unterschiedliche Trainingsparameter gewählt und im Verlauf angepasst werden.
Erste Verlaufskontrolle
Nach ungefähr fünf Neurofeedback-Sitzungen ziehen wir eine erste Zwischenbilanz.
Dabei betrachten wir, wie Sie auf das Training reagieren und ob sich erste Veränderungen beispielsweise bei Aktivierung, Konzentration, Schlaf, innerer Unruhe oder subjektivem Erleben zeigen.
Gleichzeitig überprüfen wir, ob das gewählte Trainingsprotokoll zur individuellen Situation passt oder angepasst werden sollte.
Neurofeedback & Psychotherapie verbinden
Depressive Beschwerden betreffen nicht nur EEG-Aktivität. Gedanken, Gefühle, Verhalten, Belastungssituationen, Beziehungserfahrungen, Schlaf und alltägliche Gewohnheiten können ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
Deshalb kann Neurofeedback in unserer Praxis mit psychotherapeutischen Verfahren kombiniert werden, wenn dies für das individuelle Anliegen sinnvoll erscheint.
Veränderungen überprüfen
Im Verlauf überprüfen wir regelmäßig, welche Veränderungen erreicht wurden und welche Ziele weiterhin relevant sind.
Neben dem subjektiven Erleben und Veränderungen im Alltag können bei Bedarf auch EEG-Daten erneut betrachtet und mit der Ausgangssituation verglichen werden.
Anschließend wird entschieden, ob das Training fortgeführt, angepasst oder schrittweise abgeschlossen wird.
Wie viele Neurofeedback-Sitzungen planen wir?
Häufig planen wir zunächst einen Trainingsverlauf von etwa 20 bis 40 Neurofeedback-Sitzungen. Die tatsächlich sinnvolle Anzahl kann individuell unterschiedlich sein.
Bereits nach etwa fünf Sitzungen erfolgt eine erste Verlaufskontrolle. Dabei betrachten wir die Reaktion auf das Training und prüfen, ob das gewählte Trainingsprotokoll beibehalten oder angepasst werden sollte.
Die weitere Trainingsdauer richtet sich anschließend nach dem individuellen Verlauf und den vereinbarten Behandlungszielen.
Depressive Symptome im Konzept der Neuro-Psycho-Modulation
Neurofeedback ist in unserer Praxis nicht zwangsläufig eine isolierte Maßnahme.
Im Rahmen der Neuro-Psycho-Modulation (NPM) können neurophysiologische und psychotherapeutische Ansätze miteinander verbunden werden.
Dabei können sowohl Aktivierungs- und Regulationsprozesse als auch Gedanken, Emotionen, Verhaltensmuster und individuelle Belastungsfaktoren berücksichtigt werden.
Welche Bausteine sinnvoll sind, wird individuell entschieden.
Neurofeedback und Antidepressiva
Neurofeedback sollte nicht eigenständig als Ersatz für eine ärztlich verordnete medikamentöse Behandlung betrachtet werden.
Werden Antidepressiva oder andere Medikamente eingenommen, sollten Veränderungen der Medikation ausschließlich mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Wichtig bei stärkeren depressiven Beschwerden
Bei ausgeprägten oder sich deutlich verschlechternden depressiven Beschwerden ist eine fachärztliche beziehungsweise psychotherapeutische Abklärung wichtig.
Neurofeedback ist kein Ersatz für eine erforderliche medizinische oder psychiatrische Behandlung.
Weitere Neurofeedback-Themen
Häufige Fragen zu Neurofeedback bei depressiven Symptomen
Kann Neurofeedback bei Depression eingesetzt werden?
Neurofeedback kann bei depressiven Symptomen als ergänzendes Trainingsverfahren eingesetzt werden. Ziel kann insbesondere die Unterstützung von Selbstregulation und Aktivierungsregulation sein. Ob das Verfahren im individuellen Fall sinnvoll ist, sollte vor Beginn geklärt werden.
Kann man Depression im EEG erkennen?
Nein. Ein einzelnes EEG-Muster erlaubt keine Diagnose einer Depression. Bestimmte EEG-Parameter werden in der Forschung untersucht, die Ergebnisse sind jedoch nicht so eindeutig, dass daraus allein eine Depression diagnostiziert werden könnte.
Was bedeutet Alpha-Asymmetrie?
Damit werden Unterschiede der Alpha-Aktivität zwischen bestimmten Messpositionen der linken und rechten Gehirnhälfte beschrieben. Die frontale Alpha-Asymmetrie wurde im Zusammenhang mit Depression untersucht und teilweise als Neurofeedback-Trainingsparameter verwendet. Sie ist jedoch kein eindeutiger diagnostischer Marker für eine Depression.
Was bedeutet Alpha beim Neurofeedback?
Alpha bezeichnet einen EEG-Frequenzbereich, der unter anderem im Zusammenhang mit entspannter Wachheit betrachtet wird. Seine Bedeutung hängt von Messposition, Situation und weiteren EEG-Parametern ab.
Wird beim Neurofeedback Strom ins Gehirn geleitet?
Nein. Die EEG-Sensoren messen elektrische Aktivität an der Kopfhaut. Sie geben selbst keinen elektrischen Strom an das Gehirn ab.
Wie läuft Neurofeedback bei depressiven Symptomen ab?
Nach Anamnese und Zielklärung kann zunächst eine EEG-basierte Ausgangsmessung erfolgen. Anschließend wird ein individuelles Neurofeedback-Training begonnen. Nach etwa fünf Sitzungen erfolgt eine erste Verlaufskontrolle. Abhängig vom Verlauf wird das Training anschließend fortgeführt oder angepasst.
Wie viele Neurofeedback-Sitzungen sind notwendig?
Häufig planen wir einen Trainingsverlauf von etwa 20 bis 40 Sitzungen. Nach ungefähr fünf Sitzungen erfolgt eine erste Verlaufskontrolle. Die tatsächlich sinnvolle Gesamtzahl richtet sich nach Ausgangssituation, Reaktion auf das Training und den individuellen Zielen.
Kann Neurofeedback mit Psychotherapie kombiniert werden?
Ja. In unserer Praxis kann Neurofeedback bei Bedarf mit psychotherapeutischen Verfahren kombiniert werden. Im Konzept der Neuro-Psycho-Modulation betrachten wir neurophysiologische Regulation und psychische Prozesse gemeinsam.
Wo wird Neurofeedback angeboten?
Neurofeedback bieten wir in unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen an. Vorab kann ein kostenloses 15-minütiges Kennenlernen vereinbart werden.
Passt Neurofeedback zu Ihrem Anliegen?
In einem kostenlosen 15-minütigen Kennenlernen können wir zunächst besprechen, welche Beschwerden im Vordergrund stehen und ob Neurofeedback beziehungsweise unser kombiniertes Behandlungskonzept grundsätzlich zu Ihrer Situation passen könnte.
15 Minuten kostenlos kennenlernen