Neurofeedback bei Mediensucht, Internetsucht und Computerspielsucht
Neurofeedback kann bei problematischer oder exzessiver Mediennutzung als ergänzendes Verfahren eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem Selbstregulation, Aufmerksamkeit und Impulskontrolle.
In unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen, südöstlich von Berlin, verbinden wir computergestütztes Neurofeedback mit psychotherapeutischen Verfahren im Rahmen unseres Konzepts der Neuro-Psycho-Modulation (NPM).
Neurofeedback kann bei problematischer Mediennutzung als ergänzende Methode eingesetzt werden. Während des Trainings wird die elektrische Aktivität des Gehirns gemessen und in Echtzeit zurückgemeldet.
Ziel ist es, Prozesse wie Selbstregulation, Aufmerksamkeit und Impulskontrolle gezielt zu trainieren. Neurofeedback wird dabei nicht als alleinige Behandlung einer Abhängigkeit verstanden.
Je nach individueller Situation wird das Training mit psychotherapeutischen Verfahren und konkreten Veränderungsstrategien für den Alltag kombiniert.
Was ist Neurofeedback?
Neurofeedback ist ein computergestütztes Verfahren, bei dem die elektrische Aktivität des Gehirns über EEG-Sensoren erfasst und unmittelbar zurückgemeldet wird.
Die Rückmeldung erfolgt beispielsweise über visuelle oder akustische Signale. Dadurch werden bestimmte Aktivitätsmuster für die trainierende Person unmittelbar wahrnehmbar.
Ziel des Trainings ist es, die Fähigkeit zur Regulation bestimmter Aktivitätszustände zu unterstützen.
Messung & Feedback
Sensoren erfassen EEG-Aktivität. Eine Software verarbeitet die Signale und gibt ausgewählte Veränderungen unmittelbar als Feedback zurück.
Das Trainingsziel
Das Gehirn erhält eine direkte Rückmeldung über bestimmte Aktivitätsmuster. Auf diese Weise sollen funktionale Regulationsprozesse trainiert und stabilisiert werden.
Warum kann Neurofeedback bei problematischer Mediennutzung interessant sein?
Exzessive Internet-, Smartphone- oder Computerspielnutzung kann mit Schwierigkeiten verbunden sein, Impulse zu unterbrechen, die Aufmerksamkeit bewusst zu steuern oder alternative Verhaltensweisen beizubehalten.
Neurofeedback setzt nicht unmittelbar am Smartphone, Computer oder Spielverhalten an. Trainiert werden vielmehr Regulationsprozesse, die für Aufmerksamkeit, Aktivierung und Selbststeuerung relevant sein können.
- Aufmerksamkeit bewusster steuern
- eigene Aktivierungszustände besser wahrnehmen
- Impulsregulation trainieren
- starre Reaktionsmuster bewusster unterbrechen
- alternative Verhaltensweisen im Alltag aufbauen und festigen
Was ist Neuro-Psycho-Modulation (NPM)?
Neuro-Psycho-Modulation (NPM) bezeichnet das Behandlungskonzept unserer Praxis, bei dem psychotherapeutische Verfahren mit neurophysiologischen Methoden wie Neurofeedback kombiniert werden.
Dabei werden nicht nur neurophysiologische Regulationsprozesse betrachtet. Ebenso wichtig sind psychische Auslöser, Gefühle, Gedanken, Gewohnheiten und konkrete Verhaltensmuster im Alltag.
Neurofeedback als Teil eines umfassenderen Konzepts
Bei problematischer Mediennutzung reicht es häufig nicht aus, ausschließlich die Nutzungsdauer zu betrachten.
Relevant können beispielsweise Stress, emotionale Belastung, Gewohnheiten, Belohnungsmechanismen oder digitales Coping sein. Deshalb wird Neurofeedback innerhalb des NPM-Konzepts mit psychotherapeutischer Arbeit und konkreten Veränderungen im Alltag verbunden.
Ansatzpunkte im 2-Kanal-Frequenzband-Training
Welche Trainingsparameter eingesetzt werden, hängt von der individuellen Ausgangssituation und der vorausgehenden Einschätzung ab.
Im Frequenzband-Training können unter anderem unterschiedliche EEG-Aktivitätsbereiche berücksichtigt werden.
4–8 Hz
Theta-Aktivität wird unter anderem im Zusammenhang mit entspannten und weniger stark nach außen gerichteten Aufmerksamkeitszuständen betrachtet.
Die konkrete Bedeutung hängt jedoch vom individuellen EEG-Muster und Trainingsziel ab.
12–15 Hz
SMR-orientierte Trainingsansätze werden unter anderem im Zusammenhang mit fokussierter Aufmerksamkeit und regulierter Aktivierung eingesetzt.
Welche Frequenzbereiche trainiert werden, wird individuell festgelegt.
Für wen kann Neurofeedback bei Medienproblemen infrage kommen?
Ein Neurofeedback-Training kann insbesondere dann erwogen werden, wenn die Mediennutzung zunehmend schwer steuerbar erlebt wird und Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Impulskontrolle oder Selbstregulation bestehen.
Dazu können beispielsweise problematische Nutzungsmuster im Zusammenhang mit Smartphone, Internet, Social Media oder Computerspielen gehören.
Ob Neurofeedback im individuellen Fall sinnvoll ist, wird vor Beginn des Trainings geklärt.
Wann ist eine spezialisierte Suchttherapie notwendig?
Wichtig: Neurofeedback ersetzt keine notwendige spezialisierte Suchtbehandlung.
Bei ausgeprägter Abhängigkeit, erheblichen psychosozialen Folgen, Kontrollverlust oder weiteren psychischen Erkrankungen sollte geprüft werden, ob eine spezialisierte suchtmedizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung erforderlich ist.
Im Erstkontakt kann deshalb zunächst geklärt werden, ob das Angebot unserer Praxis zur individuellen Situation passt oder eine andere Behandlungsform angezeigt ist.
Wie läuft ein Neurofeedback-Training ab?
Der konkrete Trainingsumfang wird individuell festgelegt. Ausgangssituation, Zielsetzung, Verlauf und Reaktion auf das Training können sich von Person zu Person unterscheiden.
Initialphase
Zu Beginn stehen Anamnese, Zielklärung und die Erfassung der individuellen Ausgangssituation im Mittelpunkt.
In einer intensiveren Trainingsphase können Termine zunächst häufiger stattfinden.
Trainings- und Stabilisierungsphase
Im weiteren Verlauf werden die Trainingsparameter überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Parallel werden Veränderungen im Alltag beobachtet und psychotherapeutisch begleitet.
Transfer in den Alltag
Entscheidend ist nicht nur die Situation während des Neurofeedback-Trainings.
Neue Strategien sollen zunehmend auch im Alltag eingesetzt und stabilisiert werden.
Strukturierter Behandlungsplan im NPM-Konzept
Der folgende Ablauf zeigt beispielhaft, wie Neurofeedback, psychotherapeutische Arbeit und Alltagstransfer miteinander verbunden werden können.
Der tatsächliche Verlauf wird individuell angepasst.
Diagnostik, Anamnese & Baseline Orientierung: Woche 1–2
Zu Beginn werden biografische und aktuelle Belastungsfaktoren, Mediennutzung, Auslöser und individuelle Ziele erfasst.
Ergänzend kann eine EEG-Ausgangsmessung als Baseline erfolgen.
Mustererkennung & erste Trainingsphase Orientierung: Woche 3–8
Auslösende Situationen und wiederkehrende Verhaltensmuster werden genauer betrachtet.
Parallel beginnt das Neurofeedback-Training. Je nach therapeutischer Indikation können weitere psychotherapeutische Verfahren einbezogen werden.
Gedanken und Gefühle modulieren Orientierung: Woche 9–14
In dieser Phase stehen zugrunde liegende Gedanken, emotionale Reaktionen und Gewohnheiten stärker im Mittelpunkt.
Das Neurofeedback wird mit der psychotherapeutischen Arbeit verknüpft.
Verhaltenstransfer & Alltagshandeln Orientierung: Woche 15–20
Neue Verhaltensstrategien werden im Alltag erprobt.
Dazu können beispielsweise medienfreie Zeiten, alternative Routinen und der bewusste Umgang mit typischen Auslösern gehören.
Festigung, Verlaufsmessung & Abschluss Orientierung: Woche 21–24
Zum Abschluss werden Veränderungen reflektiert und Strategien für die weitere Stabilisierung erarbeitet.
Eine abschließende EEG-Messung kann zur Verlaufskontrolle eingesetzt werden.
Häufige Fragen zu Neurofeedback bei Mediensucht
Kann Neurofeedback bei Internetsucht eingesetzt werden?
Neurofeedback kann bei problematischer oder exzessiver Internetnutzung als ergänzende Methode eingesetzt werden. Im Mittelpunkt können insbesondere Selbstregulation, Aufmerksamkeit und Impulskontrolle stehen. Ob das Verfahren im individuellen Fall geeignet ist, wird vor Beginn des Trainings geklärt.
Kann Neurofeedback bei Computerspielsucht unterstützen?
Bei problematischem oder exzessivem Gaming kann Neurofeedback Bestandteil eines umfassenderen therapeutischen Konzepts sein. Dabei wird das Training mit der Analyse individueller Auslöser, Verhaltensmuster und konkreten Veränderungsstrategien für den Alltag verbunden.
Wie funktioniert Neurofeedback?
Sensoren erfassen die elektrische Aktivität des Gehirns. Ausgewählte Aktivitätsmuster werden anschließend in Echtzeit visuell oder akustisch zurückgemeldet. Ziel ist das Training von Regulationsprozessen.
Wie viele Neurofeedback-Sitzungen sind notwendig?
Eine pauschale Sitzungszahl lässt sich nicht für jeden Menschen festlegen.
Der Trainingsumfang richtet sich nach der individuellen Ausgangssituation, den Behandlungszielen und dem Verlauf. Die Planung wird deshalb regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.
Ist Neurofeedback eine alleinige Therapie gegen Mediensucht?
Nein. Neurofeedback wird in unserer Praxis bei problematischer Mediennutzung als ergänzender Baustein verstanden.
Psychische Auslöser, Verhaltensmuster und Veränderungen im Alltag werden ebenfalls berücksichtigt. Bei einer ausgeprägten Abhängigkeit kann eine spezialisierte Suchtbehandlung erforderlich sein.
Wo wird Neurofeedback bei Mediensucht angeboten?
Das Neurofeedback-Training findet in unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen, südöstlich von Berlin, statt.
Vor einer Behandlung können Sie zunächst ein kostenloses 15-minütiges Kennenlernen vereinbaren.
Ist Neurofeedback für mich oder mein Anliegen geeignet?
In einem kostenlosen 15-minütigen Kennenlernen können wir zunächst klären, worum es geht und ob Neurofeedback beziehungsweise das NPM-Konzept zu Ihrer Situation passen könnte.
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