Neurofeedback bei Stress & Erschöpfung
Wenn Anspannung zum Dauerzustand wird, fällt es häufig zunehmend schwer, bewusst herunterzufahren und wieder in einen ruhigeren Zustand zu wechseln.
Neurofeedback macht ausgewählte Aktivitätsmuster des Gehirns sichtbar und kann genutzt werden, um Selbstregulation und den Wechsel zwischen Aktivierung und Entspannung zu trainieren.
In unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen kann Neurofeedback bei Stress und Erschöpfung mit psychotherapeutischen Verfahren kombiniert werden.
Neurofeedback kann bei anhaltender Anspannung und Erschöpfung als ergänzendes Trainingsverfahren eingesetzt werden. Dabei wird ausgewählte EEG-Aktivität gemessen und unmittelbar zurückgemeldet.
Ziel kann sein, Regulationsprozesse bewusster erfahrbar zu machen und die Fähigkeit zu trainieren, zwischen Aktivierung und ruhigeren Zuständen flexibler zu wechseln.
Wenn das Nervensystem nicht mehr richtig herunterfährt
Stress ist zunächst eine normale Reaktion auf Anforderungen. Belastend kann es werden, wenn Phasen hoher Aktivierung über längere Zeit bestehen und ausreichende Erholungsphasen fehlen.
Genau dieser Gedanke war bereits ein zentraler Bestandteil unserer ursprünglichen Neurofeedback-Seite: Das Nervensystem kann sich über längere Belastungsphasen zunehmend auf Anspannung und Leistung einstellen.
Betroffene erleben dann häufig, dass das bewusste Abschalten schwieriger wird, obwohl sie sich eigentlich erschöpft fühlen.
Daueraktivierung
Der Körper fühlt sich innerlich weiterhin aktiviert, obwohl eigentlich Ruhe und Erholung notwendig wären.
Erschöpfung
Hohe Anforderungen und fehlende Regeneration können mit Müdigkeit, verminderter Belastbarkeit und einem Gefühl innerer Erschöpfung einhergehen.
Schwer abschalten
Manche Menschen sind erschöpft und gleichzeitig innerlich unruhig. Körper und Gedanken kommen nur schwer zur Ruhe.
EEG bei Stress & Erschöpfung: Alpha, Beta und HiBeta
Auf unserer ursprünglichen Neurofeedback-Seite wurde für den Themenbereich Stress und Erschöpfung die folgende EEG-Aufzeichnung gezeigt.
In dieser konkreten Darstellung wurden insbesondere HiBeta, Beta und Alpha betrachtet.
Originale EEG-Darstellung aus unserer früheren Neurofeedback-Seite. Die Abbildung dient der Veranschaulichung eines konkreten Verlaufs und stellt kein allgemeingültiges diagnostisches Muster für Stress oder Erschöpfung dar.
Alpha · Grün
Alpha bezeichnet einen EEG-Frequenzbereich, der insbesondere bei entspannter Wachheit betrachtet wird. Im Neurofeedback kann Alpha daher unter anderem im Zusammenhang mit ruhigeren Aktivierungszuständen von Interesse sein.
Beta · Braun
Beta gehört zu den schnelleren EEG-Frequenzbereichen. Beta-Aktivität wird unter anderem mit Wachheit, gerichteter Aufmerksamkeit und aktiver Informationsverarbeitung in Verbindung gebracht.
HiBeta · Rot
HiBeta bezeichnet einen höheren Beta-Frequenzbereich. Im Neurofeedback kann dieser Bereich unter anderem im Zusammenhang mit hoher Aktivierung und Anspannung betrachtet werden.
In der ursprünglichen Beschreibung dieser konkreten Aufnahme waren die roten HiBeta-Anteile und die braunen Beta-Anteile deutlich ausgeprägt, während die grüne Alpha-Aktivität vergleichsweise gering dargestellt war.
Das ist eine Beschreibung dieser konkreten EEG-Aufnahme. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass jeder Mensch mit Stress oder Erschöpfung dasselbe EEG-Muster aufweist.
Was bedeuten Alpha, Beta und HiBeta?
Die verschiedenen Frequenzbereiche sind keine einfachen Schalter für „entspannt“, „konzentriert“ oder „gestresst“.
Entscheidend ist vielmehr, in welchem Zusammenhang sie auftreten, wie sie sich im zeitlichen Verlauf verhalten und welche Regulationsfähigkeit trainiert werden soll.
Aktivierung ist nicht grundsätzlich schlecht
Für konzentriertes Denken, Arbeiten und Reagieren brauchen wir Aktivierung. Auch Beta-Aktivität erfüllt daher wichtige Funktionen.
Das Ziel eines Neurofeedback-Trainings besteht nicht darin, schnelle Gehirnaktivität grundsätzlich zu unterdrücken.
Regulation statt Dauerentspannung
Entscheidend ist die Fähigkeit, den Aktivierungszustand flexibel an eine Situation anzupassen.
Leistung, Konzentration und Aktivität sollen möglich sein, ebenso aber das anschließende Herunterfahren und Erholen.
Was wird beim Neurofeedback bei Stress trainiert?
Die EEG-Sensoren erfassen elektrische Aktivität an der Kopfhaut. Eine Software verarbeitet ausgewählte Signale und gibt sie unmittelbar zurück.
Je nach Ausgangssituation und Trainingsziel kann die Rückmeldung darauf ausgerichtet werden, bestimmte Regulationszustände besser erfahrbar und trainierbar zu machen.
- hohe Aktivierung bewusster wahrnehmen
- den Wechsel zwischen Aktivierung und Entspannung trainieren
- ruhigere Zustände leichter erreichen
- Selbstregulation unter Belastung unterstützen
- Erholung und Regulation auch in den Alltag übertragen
Ein reguliertes Nervensystem muss Aktivierung ermöglichen, wenn Leistung erforderlich ist, und anschließend wieder in einen ruhigeren Zustand wechseln können.
Genau diese Flexibilität kann ein Ziel des Neurofeedback-Trainings sein.
Neurofeedback bei anhaltender Erschöpfung
Auf der ursprünglichen Neurofeedback-Seite haben wir den Einsatz bei Erschöpfung mit dem Ziel beschrieben, dem Nervensystem neue Impulse zu bieten und die körpereigene Fähigkeit zur Entspannung prozessorientiert zu fördern.
Dieser Ansatz bleibt auch auf der neuen Seite zentral. Neurofeedback soll dabei nicht einfach „Entspannung erzeugen“. Vielmehr wird ein Lernprozess angestrebt, bei dem unterschiedliche Aktivierungszustände unmittelbar rückgemeldet werden.
Das kann besonders interessant sein, wenn Menschen berichten, dass sie sich zwar erschöpft fühlen, innerlich aber trotzdem nur schwer abschalten können.
Stress, Erschöpfung und körperliche Beschwerden
Auf der ursprünglichen Seite wurde auch der Zusammenhang mit anhaltenden körperlichen Schmerzen aufgegriffen.
Dauerhafte Beschwerden können für den Organismus eine erhebliche Belastung darstellen und mit anhaltender Anspannung einhergehen. Umgekehrt können Stress und fehlende Regeneration die subjektive Belastung zusätzlich verstärken.
Bei anhaltenden oder ungeklärten körperlichen Beschwerden ist eine medizinische Abklärung wichtig. Neurofeedback ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Wird das Gehirn beim Neurofeedback stimuliert?
Nein. Die EEG-Sensoren auf der Kopfhaut dienen der Messung.
Sie geben selbst keinen elektrischen Strom an das Gehirn ab. Die gemessenen EEG-Signale werden von der Software verarbeitet und beispielsweise über Bilder, Animationen oder akustische Signale zurückgemeldet.
Neurofeedback ist damit ein Feedback- und Trainingsverfahren und keine elektrische Hirnstimulation.
Stress & Erschöpfung im Konzept der Neuro-Psycho-Modulation
Bei länger anhaltender Erschöpfung betrachten wir nicht nur einzelne EEG-Frequenzbereiche.
Im Rahmen unserer Neuro-Psycho-Modulation (NPM) können neurophysiologische und psychotherapeutische Ansätze miteinander verbunden werden.
Dabei können beispielsweise Stressauslöser, Gedanken, emotionale Belastungen, Verhaltensmuster, fehlende Regenerationsphasen und individuelle Bewältigungsstrategien berücksichtigt werden.
Neurofeedback kann dabei einen Baustein darstellen, während psychotherapeutische Verfahren andere Ebenen der Belastung aufgreifen.
Wie läuft Neurofeedback bei Stress & Erschöpfung ab?
Kostenloses Kennenlernen
In einem 15-minütigen Kennenlernen klären wir zunächst, welche Belastungen im Vordergrund stehen und ob Neurofeedback grundsätzlich zu Ihrem Anliegen passen könnte.
Anamnese & Zielklärung
Wir betrachten die aktuelle Belastungssituation, Erschöpfung, Schlaf, Stressauslöser, bisherige Behandlung und Ihre persönlichen Ziele.
EEG-basierte Ausgangsmessung
Ausgewählte EEG-Aktivität wird erfasst. Dabei können unter anderem verschiedene Frequenzbereiche und deren Verlauf betrachtet werden.
Individuelles Neurofeedback
Während des Trainings erfolgt eine unmittelbare Rückmeldung ausgewählter EEG-Signale. Das Training wird an die vereinbarten Ziele angepasst.
Verlauf & Alltagstransfer
Entscheidend ist auch, ob sich die Regulation außerhalb des Trainings verändert, beispielsweise beim Abschalten, unter Belastung oder in Erholungsphasen.
Wie viele Neurofeedback-Sitzungen sind notwendig?
Neurofeedback ist ein Trainingsverfahren und wird in der Regel nicht als einmalige Intervention durchgeführt.
Eine verbindliche Sitzungszahl lässt sich jedoch nicht für jeden Menschen im Voraus festlegen.
Ausgangssituation, Belastungsdauer, Trainingsziel und individueller Verlauf können beeinflussen, wie umfangreich das Training sinnvollerweise gestaltet wird.
Weitere Neurofeedback-Themen
Häufige Fragen zu Neurofeedback bei Stress & Erschöpfung
Was zeigt das EEG bei Stress?
Es gibt nicht das eine EEG-Muster, das bei jedem Menschen unter Stress identisch auftritt. Je nach Fragestellung können beim Neurofeedback verschiedene Frequenzbereiche und deren Verhältnis betrachtet werden. Der auf dieser Seite gezeigte Screenshot ist eine konkrete Beispielaufnahme und kein diagnostisches Referenzmuster.
Was bedeutet Alpha beim Neurofeedback?
Alpha bezeichnet einen EEG-Frequenzbereich, der insbesondere im Zusammenhang mit entspannter Wachheit betrachtet wird. Die Bedeutung einzelner Alpha-Werte hängt jedoch vom Messkontext und weiteren EEG-Parametern ab.
Was bedeutet Beta?
Beta gehört zu den schnelleren EEG-Frequenzbereichen und wird unter anderem im Zusammenhang mit Wachheit, Aufmerksamkeit und aktiver Informationsverarbeitung betrachtet. Beta-Aktivität ist deshalb nicht grundsätzlich problematisch.
Was bedeutet HiBeta?
HiBeta bezeichnet einen höheren Beta-Frequenzbereich. Im Neurofeedback kann dieser unter anderem im Zusammenhang mit hoher Aktivierung und Anspannung betrachtet werden. Ein einzelner erhöhter Wert erlaubt jedoch keine Diagnose von Stress oder einer psychischen Erkrankung.
Kann Neurofeedback Entspannung trainieren?
Ein Trainingsziel kann darin bestehen, unterschiedliche Aktivierungszustände besser zu regulieren und den Wechsel in ruhigere Zustände zu unterstützen. Ziel ist dabei nicht permanente Entspannung, sondern eine flexiblere Selbstregulation.
Hilft Neurofeedback bei Erschöpfung?
Neurofeedback kann bei anhaltender Erschöpfung als ergänzendes Trainingsverfahren eingesetzt werden. Ob es im individuellen Fall sinnvoll ist, hängt von der Ursache der Beschwerden, der Ausgangssituation und dem Behandlungsbedarf ab.
Gibt Neurofeedback Strom an das Gehirn ab?
Nein. Die EEG-Sensoren messen elektrische Aktivität an der Kopfhaut. Sie geben selbst keine elektrischen Impulse an das Gehirn ab.
Wo wird Neurofeedback bei Stress und Erschöpfung angeboten?
Neurofeedback bieten wir in unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen an. Vorab kann ein kostenloses 15-minütiges Kennenlernen vereinbart werden.
Fällt es Ihnen schwer, wirklich herunterzufahren?
Wenn Sie sich erschöpft fühlen und gleichzeitig innerlich nur schwer zur Ruhe kommen, können wir in einem kostenlosen Kennenlernen besprechen, ob Neurofeedback für Ihre Situation grundsätzlich infrage kommen könnte.
15 Minuten kostenlos kennenlernen