Neurofeedback in Königs Wusterhausen
Die eigene Gehirnaktivität sichtbar machen und Selbstregulation gezielt trainieren.
Neurofeedback ist eine Form des Biofeedbacks. Dabei wird ausgewählte EEG-Aktivität gemessen, von einer Software ausgewertet und unmittelbar als visuelle oder akustische Rückmeldung dargestellt.
In unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen setzen wir Neurofeedback abhängig vom individuellen Anliegen als ergänzendes Trainingsverfahren ein und verbinden es bei Bedarf mit psychotherapeutischen Verfahren.
Neurofeedback ist ein EEG-basiertes Selbstregulationstraining. Sensoren an der Kopfhaut erfassen elektrische Gehirnaktivität. Die relevanten Signale werden von einer Software verarbeitet und in Echtzeit zurückgemeldet.
Über diese Rückmeldung kann trainiert werden, bestimmte Aktivitätszustände besser wahrzunehmen und zu regulieren. Die Sensoren messen dabei lediglich, sie geben selbst keinen elektrischen Strom an das Gehirn ab.
Neurofeedback macht Regulation sichtbar
Viele Prozesse unseres Nervensystems laufen automatisch ab. Wir merken beispielsweise, dass wir unruhig, erschöpft, abgelenkt oder angespannt sind, können den zugrunde liegenden Aktivitätszustand aber nicht direkt beobachten.
Neurofeedback übersetzt ausgewählte EEG-Signale in eine unmittelbar wahrnehmbare Rückmeldung. Dadurch entsteht eine Trainingssituation, in der Regulation wiederholt geübt werden kann.
Messen
EEG-Sensoren erfassen ausgewählte elektrische Aktivität an der Kopfhaut.
Rückmelden
Die Software verarbeitet die Signale und macht Veränderungen beispielsweise über Bild oder Ton unmittelbar wahrnehmbar.
Trainieren
Durch wiederholtes Feedback können ausgewählte Regulationszustände gezielt trainiert werden.
Die Elektroden beziehungsweise Sensoren dienen der Messung der EEG-Aktivität. Das Training entsteht durch die Rückmeldung dieser Aktivität und den damit verbundenen Lernprozess.
Vom EEG zum unmittelbaren Feedback
Während des Trainings werden Sensoren an ausgewählten Positionen der Kopfhaut angebracht. Sie erfassen EEG-Signale, die anschließend durch die Neurofeedback-Software verarbeitet werden.
Abhängig vom Trainingsprotokoll wird daraus eine Rückmeldung erzeugt, beispielsweise über einen Film, eine Animation oder akustische Signale.
EEG erfassen: Sensoren messen ausgewählte Aktivitätsmuster.
Signale auswerten: Die Software verarbeitet die Messdaten.
Feedback erhalten: Veränderungen werden unmittelbar sichtbar oder hörbar.
Regulation trainieren: Das Feedback wird wiederholt als Trainingsinformation genutzt.
Wie sieht ein ausgewogenes Verhältnis der EEG-Frequenzen aus?
Beim Neurofeedback betrachten wir verschiedene Frequenzbereiche der EEG-Aktivität. Dabei ist nicht eine einzelne Gehirnwelle entscheidend.
Interessant ist vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Aktivitätsmuster und die Frage, wie flexibel zwischen unterschiedlichen Zuständen gewechselt werden kann.
Referenzdarstellung aus dem ursprünglichen Neurofeedback-Material unserer Praxis. Die Grafik dient der Veranschaulichung des Zusammenspiels verschiedener Frequenzbereiche und stellt keinen allgemeingültigen diagnostischen Normwert dar.
Alpha
Alpha-Aktivität wird unter anderem im Zusammenhang mit entspannter Wachheit betrachtet und kann beim Wechsel von hoher Aktivierung in ruhigere Zustände interessant sein.
Beta
Beta gehört zu den schnelleren Frequenzbereichen und wird unter anderem mit Wachheit, Aufmerksamkeit, Konzentration und aktiver Informationsverarbeitung in Verbindung gebracht.
HiBeta
HiBeta bezeichnet einen höheren Beta-Bereich und kann im Neurofeedback-Kontext unter anderem im Zusammenhang mit hoher Aktivierung und Anspannung betrachtet werden.
EEG-Daten werden im Zusammenhang mit Messsituation, Trainingsziel und individueller Ausgangssituation betrachtet. Ein einzelner Frequenzwert ist keine psychiatrische oder psychotherapeutische Diagnose.
Bei welchen Anliegen wird Neurofeedback eingesetzt?
Neurofeedback wird in unterschiedlichen therapeutischen und nichttherapeutischen Bereichen untersucht und eingesetzt. Welche Trainingsziele sinnvoll sind und welche wissenschaftliche Evidenz vorliegt, unterscheidet sich je nach Anwendungsbereich.
Deshalb haben wir die wichtigsten Themen ausführlich auf eigenen Seiten zusammengestellt.
ADHS & Konzentration
Bei ADHS stehen unter anderem Aufmerksamkeit, Aktivierungsregulation, Konzentration und Selbstregulation im Mittelpunkt. Neurofeedback kann als ergänzendes Trainingsverfahren eingesetzt werden.
Neurofeedback bei ADHS →Stress & Erschöpfung
Bei anhaltender Belastung können innere Aktivierung, Erschöpfung und Schwierigkeiten beim Wechsel zwischen Anspannung und Regeneration eine Rolle spielen.
Neurofeedback bei Stress & Erschöpfung →Angst & innere Unruhe
Bei Angst und anhaltender innerer Unruhe kann Neurofeedback ergänzend eingesetzt werden, um Regulationsprozesse und den Umgang mit hoher Aktivierung zu trainieren.
Neurofeedback bei Angst →Depression & depressive Symptome
Bei depressiven Beschwerden kann Neurofeedback ergänzend betrachtet werden, beispielsweise mit Blick auf Aktivierung, Aufmerksamkeit und Regulationsprozesse.
Neurofeedback bei Depression →Internet- & Mediensucht
Bei problematischer Internet-, Smartphone- oder Computerspielnutzung kann Neurofeedback ergänzend eingesetzt werden, insbesondere mit Blick auf Aufmerksamkeit, Selbstregulation und Impulskontrolle.
Neurofeedback bei Mediensucht →Schlafstörungen
Bei Schlafproblemen können innere Aktivierung, Grübeln und Schwierigkeiten beim Wechsel in ruhigere Zustände eine Rolle spielen. Neurofeedback kann hier als ergänzendes Regulationstraining betrachtet werden.
Neurofeedback bei Schlafstörungen →Fokus & Peak Performance
Neurofeedback wird nicht ausschließlich im therapeutischen Kontext eingesetzt. Auch gesunde Erwachsene können mentale Selbstregulation, Aufmerksamkeit und den Wechsel zwischen Aktivierung und ruhigeren Zuständen trainieren.
Das Training kann beispielsweise für konzentrierte Wissensarbeit, Lernen oder sportliche Leistungssituationen interessant sein.
Neurofeedback für Fokus & Peak Performance →EEG-Muster können unterschiedlich aussehen
Die folgenden Darstellungen stammen aus dem ursprünglichen Neurofeedback-Material unserer Praxis. Sie zeigen beispielhaft unterschiedliche Aktivitätsverteilungen.
Sie dienen der Veranschaulichung und sind keine diagnostischen Muster, anhand derer eine psychische Erkrankung festgestellt werden kann.
Beispiel ADHS / ADS
Im ursprünglichen Material wurden hier insbesondere Theta-, Beta- und HiBeta-Aktivität miteinander betrachtet.
Beispiel Stress
Diese Darstellung wurde auf der bisherigen Seite im Zusammenhang mit Stress, Erschöpfung und hoher Aktivierung verwendet.
Beispiel Depression
Auch für depressive Beschwerden enthielt das ursprüngliche Praxismaterial eine eigene EEG-Darstellung verschiedener Aktivitätsbereiche.
Wichtig: Ein EEG-Bild allein diagnostiziert weder ADHS noch Stress, Depression, Angst oder eine andere psychische Erkrankung.
Die Messdaten werden im Neurofeedback-Kontext gemeinsam mit der individuellen Ausgangssituation und dem vereinbarten Trainingsziel betrachtet.
Wenn Neurofeedback und Psychotherapie zusammengedacht werden
Psychische Belastungen lassen sich häufig nicht auf einen einzelnen EEG-Wert reduzieren. Gedanken, Gefühle, Lernerfahrungen, Verhaltensmuster, Stressreaktionen und körperliche Aktivierung können miteinander zusammenhängen.
Deshalb kann Neurofeedback in unserer Praxis in das Konzept der Neuro-Psycho-Modulation (NPM) eingebunden werden.
Dabei betrachten wir sowohl die neurophysiologische Regulation als auch psychische und verhaltensbezogene Prozesse. Je nach Anliegen können Neurofeedback und psychotherapeutische Verfahren miteinander verbunden werden.
Wie läuft Neurofeedback in Königs Wusterhausen ab?
Kostenloses Kennenlernen
In einem 15-minütigen Kennenlernen klären wir zunächst, worum es Ihnen geht und ob Neurofeedback grundsätzlich zu Ihrem Anliegen passen könnte.
Anamnese & Zielklärung
Wir betrachten die individuelle Ausgangssituation, Beschwerden, relevante Vorbefunde, bisherige Behandlungen und Ihre persönlichen Trainingsziele.
EEG-basierte Ausgangsmessung
Ausgewählte EEG-Aktivität und Frequenzbereiche werden erfasst. Die Messung wird gemeinsam mit den übrigen Informationen betrachtet und kann als Grundlage für die Trainingsplanung dienen.
Individuelles Neurofeedback
Das Trainingsprotokoll wird entsprechend der Ausgangssituation und der vereinbarten Ziele festgelegt.
Während des Trainings erfolgt die unmittelbare Rückmeldung ausgewählter EEG-Aktivität.
Erste Zwischenbilanz
Nach ungefähr fünf Sitzungen betrachten wir erstmals systematisch, wie Sie auf das Training reagieren und ob sich Veränderungen im vereinbarten Zielbereich zeigen.
Bei Bedarf wird das Trainingsprotokoll angepasst.
Verlauf & Alltagstransfer
Im weiteren Verlauf betrachten wir nicht nur die Trainingsdaten, sondern insbesondere, ob sich Regulation und vereinbarte Zielbereiche auch außerhalb der Trainingssituation verändern.
Wie viele Neurofeedback-Sitzungen sind sinnvoll?
In unserer Praxis planen wir abhängig vom Anliegen häufig zunächst einen Trainingsverlauf von etwa 20 bis 40 Neurofeedback-Sitzungen. Die tatsächlich sinnvolle Anzahl kann individuell unterschiedlich sein.
Bereits nach ungefähr fünf Sitzungen erfolgt eine erste Zwischenbilanz. Die weitere Trainingsplanung richtet sich anschließend nach der individuellen Reaktion, dem Verlauf und den vereinbarten Zielen.
Neurofeedback ist kein Standardprogramm
Zwei Menschen mit derselben Diagnose können unterschiedliche Beschwerden, Belastungen und Trainingsziele haben. Deshalb sollte auch Neurofeedback nicht ausschließlich anhand eines diagnostischen Etiketts geplant werden.
Wir betrachten die individuelle Ausgangssituation, die vorhandenen Beschwerden, das konkrete Trainingsziel und den Verlauf.
Ziel ist eine für das jeweilige Anliegen sinnvolle Regulationsfähigkeit und die Frage, ob sich Veränderungen auch im Alltag bemerkbar machen.
Häufige Fragen zu Neurofeedback
Was ist Neurofeedback einfach erklärt?
Neurofeedback ist eine Form des Biofeedbacks. EEG-Sensoren erfassen elektrische Aktivität an der Kopfhaut. Eine Software verarbeitet ausgewählte Signale und gibt sie beispielsweise über Bild oder Ton unmittelbar zurück. Diese Rückmeldung wird für ein Training der Selbstregulation genutzt.
Wird beim Neurofeedback Strom ins Gehirn geleitet?
Nein. Die verwendeten EEG-Sensoren messen elektrische Aktivität an der Kopfhaut. Sie geben selbst keinen elektrischen Strom an das Gehirn ab.
Bei welchen Beschwerden wird Neurofeedback eingesetzt?
Neurofeedback wird in unterschiedlichen Bereichen untersucht und eingesetzt. In unserer Praxis gehören dazu unter anderem ADHS und Konzentrationsprobleme, Stress und Erschöpfung, Angst und innere Unruhe, depressive Beschwerden, problematische Mediennutzung und Schlafprobleme. Darüber hinaus kann Neurofeedback als Training für Fokus und mentale Selbstregulation eingesetzt werden.
Kann man eine psychische Erkrankung im EEG erkennen?
Eine psychische Erkrankung sollte nicht anhand einer einzelnen EEG-Kurve oder eines einzelnen Frequenzbereichs diagnostiziert werden. EEG-Daten werden beim Neurofeedback im Zusammenhang mit der individuellen Ausgangssituation und dem Trainingsziel betrachtet.
Was bedeuten Alpha, Beta und HiBeta?
Dabei handelt es sich um unterschiedliche Frequenzbereiche der EEG-Aktivität. Alpha wird unter anderem mit entspannter Wachheit in Verbindung gebracht. Beta gehört zu den schnelleren Bereichen und spielt unter anderem bei Aufmerksamkeit und aktiver Informationsverarbeitung eine Rolle. HiBeta bezeichnet einen höheren Beta-Bereich und kann im Zusammenhang mit hoher Aktivierung und Anspannung betrachtet werden. Kein Bereich ist grundsätzlich gut oder schlecht.
Wie viele Neurofeedback-Sitzungen sind notwendig?
Die notwendige Anzahl lässt sich nicht für jeden Menschen gleich festlegen. In unserer Praxis planen wir abhängig vom Anliegen häufig einen Rahmen von etwa 20 bis 40 Sitzungen. Nach ungefähr fünf Sitzungen erfolgt eine erste Verlaufskontrolle. Danach wird die weitere Trainingsplanung an den individuellen Verlauf angepasst.
Kann Neurofeedback mit Psychotherapie kombiniert werden?
Ja. In unserer Praxis kann Neurofeedback abhängig vom Anliegen mit psychotherapeutischen Verfahren verbunden werden. Im Konzept der Neuro-Psycho-Modulation betrachten wir sowohl neurophysiologische Regulation als auch Gedanken, Gefühle, Stressreaktionen und Verhaltensmuster.
Ist Neurofeedback nur bei psychischen Beschwerden sinnvoll?
Nein. Neurofeedback wird auch als Training bei gesunden Menschen untersucht und eingesetzt. Dabei können beispielsweise Fokus, Aufmerksamkeit oder mentale Selbstregulation Trainingsziele sein.
Wo findet das Neurofeedback statt?
Das Neurofeedback findet in unserer Privatpraxis in Königs Wusterhausen statt. Vorab können Sie ein kostenloses 15-minütiges Kennenlernen vereinbaren.
Ist Neurofeedback für Ihr Anliegen geeignet?
In einem kostenlosen 15-minütigen Kennenlernen können wir zunächst besprechen, worum es Ihnen geht und ob Neurofeedback beziehungsweise unser kombiniertes Behandlungskonzept grundsätzlich zu Ihrer Situation passen könnte.
15 Minuten kostenlos kennenlernen